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Berichte & Bilder
Anforderungen und Training

Der Reiz des Triathlons liegt im unmittelbaren Aufeinanderfolgen der drei unterschiedlichen Disziplinen und der damit verbundenen Umstellung der Muskulatur auf die jeweilige Disziplin. Besonders der Laufpart nach dem Radfahren ist dabei der vermeintlich schwierigste Part, da beim Laufen auf die durch das Radfahren bereits ermüdete Beinmuskulatur zurückgegriffen werden muss. Gute Triathleten zeichnen sich dadurch aus, die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen so kurz wie möglich zu halten und so schnell wie möglich den Körper auf die neue Belastung einzustellen. Dazu gibt es spezielle Trainingsformen wie zum Beispiel das Koppeltraining, also die wiederholte Abfolge aus meist Radfahren und Laufen, sowie dem Wechseltraining (Wechseln der Utensilien).

Langdistanztriathlon in Roth (Schwimmen)

 
Langdistanztriathlon in Roth (Schwimmen)

 

Einen Triathlon zu absolvieren stellt für viele Breitensportler eine große Herausforderung dar und kann durchaus mit einer erfolgreichen Teilnahme an einem Marathon verglichen werden. Ohne ein kontinuierliches Training aller drei Disziplinen und ein zielgerichtetes Arbeiten an der persönlichen Ausdauer ist die Bewältigung eines Triathlons schwierig und eventuell auch gesundheitsgefährdend. Ähnlich dem Trainieren für einen Marathon stellt genau dieses Training auf einen Triathlon und das anschließende Ankommen im Ziel den Reiz für den Einsteigertriathleten und den Fortgeschrittenen dar.

 

Geschichte

Thomas Hellriegel, Hawaii 1997
Thomas Hellriegel, Hawaii 1997

Erfunden wurde der Triathlon um 1920 in Frankreich. „L’Auto“ berichtet, dass seit 1920 jährlich ein Rennen, genannt „Les Trois Sports“ stattfand. Das Event fand bei Joinville le Pont, in Meulan und Poissy statt und bestand aus einem 3-km-Lauf, 12-km-Radwettbewerb und der Überquerung des Flusses Marne. Es wurde auch unter den Namen „La Course des Débrouillards“ und „La course des Touche à Tout“ geführt. Als Hobby-Event verbleibt es aber in Anonymität, obwohl immer wieder Rennen bekannt werden, wie etwa Marseille (1927). Die drei Disziplinen wurden hintereinander ohne Pause absolviert. 1934 gab es in Rochelle eine Ausgabe von „Les Trois Sports“, mit einer Kanalquerung (ca. 200 m), einem 10-km-Radwettbewerb im Hafen von Rochelle und im Park Laleu und einem abschließenden 1200-m-Lauf im Stadion André-Barbeau. Aus dieser Zeit stammt die Lizenz (Austellungsjahr 1927) für Monsieur Rene Taqué aus Perpignan. Dann wurde es wieder still um den modernen Multisport, bis er in Amerika erneut erwachte

Mitte der 70er Jahre wurde der Ausdauerdreikampf erneut „erfunden“. Die beiden Amerikaner Jack Johnstone und Don Shanahan organisierten am 25. September 1974 in San Diego, Kalifornien, den ersten auch so genannten Triathlon. Das kleine Rennen mit 46 Teilnehmern ging über 6 Meilen Laufen (ca. 10 km), 5 Meilen Radfahren (ca. 8 km) und 500 Yards Schwimmen (ca. 0,5 km) und trug den Namen Mission Bay Triathlon. Namensgeber war die vor San Diego gelegene Lagune. Einer der Teilnehmer war der später auf Hawaii stationierte Marine-Offizier John Collins, später einer der Initiatoren des ersten Hawaii-Ironmans 1978. Dort findet heute noch der bekannteste und spektakulärste Wettkampf, der Ironman Hawaii statt. Für diesen Wettkampf muss man sich seit 1988 bei einem der weltweit stattfindenden, als Ironman lizenzierten Wettbewerbe durch eine schnelle Gesamtzeit in seiner Alterklasse qualifizieren. Der Ironman auf Hawaii gilt mittlerweile als die offizielle Weltmeisterschaft im Triathlon, von der Internationalen Triathlon Union akzeptiert.

Beginnend in den 80er Jahren entstand sowohl in der BRD als auch in der DDR eine Triathlonkultur in Deutschland (siehe auch Deutsche Triathlon Union). Im Zuge des allgemeinen Fitnesstrends hat sich der Triathlon mittlerweile auch im Breitensport etabliert. Die Anzahl von professionell organisierten Rennen in ganz Deutschland steigt nach Angaben der DTU von Jahr zu Jahr. Es gibt eine von der Deutschen Triathlon Union organisierte Deutsche Triathlonliga mit der 1. Bundesliga und einer in zwei Unterligen aufgespaltenen 2. Bundesliga (Nord und Süd). Darunter werden Regionalligen in sechs Regionen und weiteren Ligen auf Landesebene durchgeführt. Verschiedene Citytriathlons mit einem Einsteigerwettkampf über die Sprintdistanz, einer Kurzdistanz und manchmal auch in Verbindung mit einem Triathlonliga- oder ITU-Weltcup-Rennen in Großstädten wie in Hamburg, Kiel oder Leipzig haben Starterzahlen von über 1000. Außerdem gibt es viele auf regionaler Ebene organisierte Triathlonwettbewerbe. Aufgrund der Veranstaltungsordnung der DTU ergeben sich Teilnehmerzahlen von 50-250 und >250 Wettkämpfen.

Distanzen

Wie bei vielen anderen populären Sportarten gibt es auch beim Triathlon unterschiedliche Wettkampfdistanzen:

Wettkampfdistanzen
BezeichnungSchwimmenRadfahrenLaufenBeschreibung
Ironman bzw. Langdistanz3,8 km (2,4 stat.mi)180 km (112 stat.mi)42,195 kmUrsprüngliche Distanz, die auch in der Ironman-Serie bestritten wird
alte ITU-Langdistanz4 km120 km30 kmLangdistanz der ITU bis September 2006, Quelle ITU Kongress
ITU-Langdistanz
(alte ITU-Mitteldistanz)
3 km80 km20 kmLangdistanz der ITU, nach Beschluss ITU vom September 2006, Quelle ITU Kongress
Half-Ironman (70.3)1,9 km (1,2 stat.mi)90 km (56 stat.mi)21,1 kmHalbe Ironmandistanz, ab 2006 als Ironman 70.3 Serie veranstaltet
Mitteldistanz2 km80 km20 kmNormale Mitteldistanz
Kurzdistanz /
olympische Distanz
1,5 km40 km10 kmBei nationalen Meisterschaften und internationalen Rennen ist das Windschattenfahren auf der Radstrecke in der Regel freigegeben.


Zeitenbeispiele Männer Schwimmen/Rad/Laufen/Gesamt:
00:22:46 (5) / 00:59:23 (6) / 00:36:48 (5) / 01:58:58
Zeitenbeispiel Frauen Schwimmen/Rad/Laufen/Gesamt:
00:18:10 (1) / 01:01:06 (2) / 00:33:02 (3) / 01:53:27 (Fernandes Vanessa, WM 2007 in Hamburg)

Sprintdistanz, bzw. Volksdistanz, auch Jedermann-Triathlon genannt0,5 / 0,75 km20 km5 kmfür Sportler mit, bzw. ohne DTU-Lizenz (sog. Startpass)


Zeitenbeispiele Männer Schwimmen/Rad/Laufen/Gesamt:
00:07:36 (1) / 00:33:01 (8) / 00:22:03 (2) / 01:02:41
Zeitenbeispiel Frauen Schwimmen/Rad/Laufen/Gesamt:
00:09:40 (2) / 00:35:55 (1) / 00:29:34 (19) / 01:15:10

Die Wettkampfstrecken sind in der Regel nicht amtlich vermessen und weichen außer beim Ironman oft von den Standardstrecken ab. Auf allen Distanzen gibt es Staffelwettbewerbe für Männer-, Frauen- und Mixed-Teams, bei denen sich drei Personen die Disziplinen aufteilen.

 

Regelungen

Normann Stadler, Hawaii 2004
Normann Stadler, Hawaii 2004

Die drei Wettkampfstrecken werden in ununterbrochener Folge absolviert. Die Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren und vom Radfahren zum Laufen gehören zum Wettkampf. Bei niedrigen Wassertemperaturen kann das Schwimmen in kälteschützenden Neoprenanzügen absolviert werden. Das regelkonforme Material zum Radfahren ist weniger streng reglementiert als im klassischen Radsport, weshalb in den 80er Jahren spezielle Triathlonfahrräder entwickelt wurden, u. a. mit kleineren, 26-zölligen Laufrädern und Lenkeraufsätzen, die zu einer aerodynamisch günstigen Sitzposition beitragen. Seit dem Ende der 90er ist dieser Trend jedoch rückläufig und es kommt zu einer Annäherung zwischen dem Radmaterial der Triathleten und den UCI-konformen Zeitfahrrädern.

Zu erwähnen ist weiterhin die strikte Helmpflicht sowie das Verbot des Windschattenfahrens beim Radfahren. Bei Meisterschaften und internationalen Rennen über die Olympische Distanz wird das Windschattenverbot ausgesetzt. Die Aufhebung des Verbots ist im deutschen Raum in den späten 1990er Jahren und 2004 heftig diskutiert worden. In einer Online-Petition aus dem Jahre 2004 wurden durch den nationalen Verband vorgenommene Regeländerungen (Quasi-Aufhebung des Windschattenverbotes für den Breitensport durch Verkürzung der Box auf 5x2 Meter) auf Druck der sportlichen Basis gekippt.

Material

Durch den jungen und neuen Charakter der Sportart zeigte sich von Beginn an ein aufgeschlossener Umgang mit Neuerungen in der Materialentwicklung:

  • Schwimmen: Der ursprünglich aus Gründen des Kälteschutzes getragene Neoprenanzug entwickelte sich zunehmend zu einem die Leistung positiv beeinflussenden Sportgerät. Vor allem Elastizität, Auftrieb und Reduzierung des Wasserwiderstandes haben heute bei der Entwicklung oberste Priorität. Gerade etwas schwächere Schwimmer profitieren von der Unterstützung durch das Material.
  • Radfahren: Durch das Verbot des Windschattenfahrens stellt der Wettkampfteil auf dem Rad besondere Ansprüche an das Material. Die Fahrräder sind ähnlich den UCI konformen Zeitfahrrädern des Straßenradsport konzipiert. Aerodynamik zum einen und Ergonomie für Radstrecken bis 180 km zum anderen, spielen dabei die entscheidende Rolle. Heute heißt das: Carbon-Rahmen mit aerodynamischen Rohren und angepassten Geometrien, speichenreduzierte Hochprofilfelgen, z.T. auch mit Scheiben-Hinterrad kombiniert, Liegelenker, spezielle Trinkflaschenhalter und weitere Details. Kombiniert mit Zeitfahrhelmen wird so versucht am aerodynamischen Optimum zu arbeiten, wodurch Zeitgewinne gegenüber klassischem Material von mehreren Minuten, je nach Streckenlänge, möglich sind. Der erstmals von Greg LeMond bei einer Tour de France gefahrene Aero-Lenker entstammte der Triathlon-Szene.

 

Edit Administrator:  Quelle Wikipedia

 
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